Bis heute wird Heo, Nan-Seol-Heon in Korea verehrt, jährlich findet ihr zum Gedenken ein Fest in der Stadt Gangneung statt.
F e r n e N a h bezeichnet aber vor allem eine geistige Verbindung der GEDOK–Künstlerinnen zur koreanischen Dichterin.
Es geht um Formen des direkten, einfachen, inneren Wegs. Sich verorten in einer Haltung dem Leben gegenüber, die ohne großen, pompösen Akt
des SELF - ME - I auskommt. Eine Haltung, die ihre Bedeutung für die Kunstwelt daraus schöpft, dass sie Kunst um ihrer selbst Willen beachtenswert macht.
Dieser Art fühlen sich die hier ausstellenden Berliner Künstlerinnen nah und haben koreanische Kolleginnen eingeladen:
Jeong Won Huh, Gaesuk Park, Soonyeong Yang.
In Zeiten des "Paukenschlags“ das Unmittelbare der Kunst nicht verlieren, dem Bedarf nach "gesteigerter Wichtigkeit der Person" widerstehen - und dennoch das Recht auf Sichtbarkeit für eine Künstlerin beanspruchen, darum geht es.
Dem Kunstmarkt und dessen Schnelllebigkeit nicht zu folgen, bedarf für die Künstlerinnen keines Muts und keines gesonderten Statements. Es ist für sie einfach, ihre Arbeit zu tun und diese für sich sprechen zu lassen. Das Bild spricht für sich.
Hier in poetischer Zwiesprache. Farbgebilde, Landschaften, Konstrukte, oft farblich dezent und doch eindringlich präsent. In diesen hastigen Zeiten auf die Tiefe des Blicks und das Innehalten zu setzen und einen "Wimpernschlag lang" etwas anders machen.
Natürlich in der Hoffnung, dass nicht nur das Spektakel des Kunstmarktes und den so ausgereizten "Sehgewohnheiten" einen Platz haben in dem, was Kunst jetzt und in Zukunft ausmacht.
Es darf auch einfach mal "schön" sein. Leise schön, sanft schön, fein schön. Tiefgang für Seele, Gemüt und Geist.
Das Bild als Ruhepol.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

HEO, Nan-Seol-Heon
Dichterin 1563-1589, in Gangneung
Choson-Dynastie: "In dieser Zeit gab es dem strengen Prinzip „Namjon-yubi“ folgend für die Töchter keine Möglichkeit, sich literarisch oder künstlerisch zu entfalten.
Auf diesen Einfluß (der Tang Poesie) ist der starke Anteil von Naturbildern in ihrer Lyrik
zurückzuführen. Einer Lyrik des Idylls, aber man kann davon ausgehen, dass sie gleichfalls Aspekte in ihrem Subtext mittransportieren, die wir ebensogut als gesellschaftskritisch ansehen können. Anders gesagt: Unter der Idylle lauert der politische Abgrund.“
(Auszug, Einleitung Katalog, Prof. Dr. Dr. Rainer Zimmermann)

3. bis 20. August 2017