Die GEDOK (Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen – so der damalige Name) wurde als übergreifender Verband im Jahr 1926 von Ida Dehmel in Hamburg gegründet.

In Berlin gab es zu dieser Zeit zwar schon eine Geschäftsstelle, die Gründung einer Regionalgruppe sollte aber noch bis ca. 1931dauern. 1932 wird dort bereits von 168 Mitgliedern berichtet.

IdaDehmel B Eichheim


Ida Dehmel hatte mit der Gründung der Berliner Gruppe Edith Mendelssohn-Bartholdy beauftragt, die sich insbesondere für das künstlerische Schaffen von Frauen engagierte.

Sie, wie auch Ida Dehmel, wurden 1933 auf Grund ihrer jüdischen Herkunft durch die Nationalsozialisten zum Rücktritt gezwungen

1942 wurde die Berliner GEDOK-Gruppe zur konformen “Reichs-GEDOK” und in die nationalsozialistische Reichskulturkammer integriert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs löste die Militärregierung alle noch bestehenden Vereine, Parteien und Verbände, also auch die Reichs-GEDOK, auf.
Schon Anfang 1946 erhielten jedoch erste GEDOK-Regionalgruppen die Genehmigung, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen.

In Berlin vertrat in dieser Zeit der Verein der Berliner Künstlerinnen, seit 1951 dem Bundesverband der GEDOK als kooperatives Mitglied angeschlossen, die Interessen der Künstlerinnen.

Am 6. März 1960 erfolgte dann auch in Berlin die Neugründung der Berliner GEDOK-Gruppe. Neben der Schauspielerin Mary Schneider-Braillard und der Komponistin Grete von Zieritz nahmen daran eine Reihe anerkannter Künstlerinnen wie Ima Breusing (Malerin), Gusta Wolf (Malerin), Ilse Molzahn (Schriftstellerin), Dorothea Adler (Rezitatorin), Lizzie Hosaeus (Grafikerin) und Nina von Jaanson (Fotografin) teil.

Kunstfreundin Hilde Weström, Architektin, war Mitinitiatorin der Gründung und ist heute immer noch Mitglied in der Berliner Gruppe.


Im ersten Vorstand waren Mary Schneider-Braillard erste, Grete von Zieritz zweite Vorsitzende, Gusta Wolf, Beauftragte des Vereins der Berliner Künstlerinnen, wurde zur Schatzmeisterin gewählt.


1962 wählten die Mitglieder die Autorin Ingeborg Drewitz zur ersten Vorsitzende.
Die Förderung von Künstlerinnen aller Sparten war auch im damaligen kulturellen Leben West-Berlins etwas Besonderes.
In den ersten Jahren nach der Gründung hatte die GEDOK jedoch noch sehr mit ihrem aus der Vorkriegszeit stammenden Ruf eines elitären, bürgerlichen Vereins kunstbegeisterter Damen zu kämpfen. Ein Ruf, der insbesondere in den siebziger Jahren zu einer starken Abwertung führte und auch heute leider noch in manchen Köpfen weiter spukt.

Ausstellungsräume gab es anfangs gar nicht, und so fanden die Jahresausstellungen des Vereins, in der Regel als Weihnachts-Verkaufsausstellungen, abwechselnd in den privaten Räumen von Mathilde Bering, Hilde Weström, Liselotte Küster und anderen Kunstfreundinnen bzw. Künstlerinnen statt. Hilde Weström beispielsweise stellte ihr Haus zwanzig Jahre lang für zahlreiche Ausstellungen zur Verfügung.

1970 fand die erste Jahresausstellung außerhalb privater Räume in der ehemaligen Galerie des 20. Jahrhunderts in der Jebensstraße, am Bahnhof Zoologischer Garten, statt. Danach wurden die Ausstellungen über einige Jahre im Haus am Lützowplatz gezeigt, in der Regel begleitet von einem kleinen Katalog.


Ein umfangreicher Katalog erschien erstmals 1986 unter der damaligen Vorsitzenden Eva-Marie Treppe, zur GEDOK-Bundesaustellung „Gegenlicht“ in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, die mit 44 Werken von Künstlerinnen der Generation Ida Dehmels und über 80 Werken zeitgenössischer Künstlerinnen der Bundesrepublik und Österreichs Retrospektive und Perspektive in einem war.

Der Fall der Berliner Mauer eröffnete auch für die GEDOK Berlin gänzlich neue Perspektiven. Als erster Künstler-Verein ging sie direkt auf Künstlerinnen aus Ost-Berlin zu. Besonders die GEDOK-Künstlerin Gisela Weimann knüpfte sehr schnell Kontakte warb Mitglieder. Bereits im März 1990 traten erste Künstlerinnen aus dem Ostteil der Stadt der GEDOK bei.

Die erste große Ausstellung, die die GEDOK gemeinsam mit Künstlerinnen aus dem Ostteil der Stadt bereits 1992 veranstaltete, wurde durch die 1. Vorsitzende Christel Wankel initiiert und fand im Ausstellungszentrum am Fernsehturm statt. Organisiert hatte sie die damalige stellvertretende Vorsitzende Nanna Zernack.

Damit war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer alle Trennungen überbrückenden Vereinigung der Künstlerinnen in Berlin getan. Die Zahl der Mitglieder wuchs schnell auf 300 an. Enttäuscht traten zwar einige Künstlerinnen aus dem Osten der Stadt bald wieder aus. Andere wiederum fanden ihren Platz, engagierten sich und wussten die aus Ost und West vereinten Strukturen des Vereins bis heute intensiv und mit Gewinn zu nutzen.
Mit der Ausstellung Synopse 06 knüpfte die GEDOK Berlin an diesen Beginn bewusst noch einmal an. Durch vier Veranstaltungsorte, die sowohl im West- wie im Ostteil Berlins lagen, wurde ein Bogen zwischen beiden Stadthälften gespannt, der darauf verwies, dass die GEDOK als erster Verband in der Wendezeit Künstlerinnen aus West und Ost vereinte.


Bei der Konzipierung des Projekts POSITIONEN - 20 Jahre nach der Wende - spielten Fragen der Zuordnung von Künstlerinnen in Ost und West dann keine Rolle mehr. Die Bedingungen für ihr künstlerisches Schaffen sind inzwischen, unabhängig vom Wohnort, angeglichen.
In ihrer 50-jährigen Geschichte seit ihrer Neugründung hat die GEDOK Berlin zunehmend an öffentlicher Bedeutung gewonnen und ihre frauenpolitischen Ziele nachdrücklich vertreten. Maßgeblich war sie 1989 an der Aktion "Frauen. Kultur. Kultur. Arbeit" in der Akademie der Künste beteiligt, die zur Einrichtung der Arbeitsgruppe "Kulturelle Aktivitäten von Frauen" und des Künstlerinnenprogramms beim Berliner Senat führte.
Mit zahlreichen öffentlichen Präsentationen der Kunst von Frauen bereichert die GEDOK Berlin seitdem die Berliner Kulturlandschaft. Wichtige Ausstellungen, vielbeachtete Konzerte und zahlreiche Lesungen demonstrieren die umfassenden Aktivitäten der GEDOK Berlin in den letzten Jahrzehnten.


Mit der Eröffnung einer GEDOK GALERIE im Jahr 2013 verfügt die GEDOK Berlin erstmalig über die Möglichkeit sich täglich als Künstlerinnen Verein dar zu stellen.